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Archiv für August 2011

Voraussetzungen für die Förderfähigkeit

Grundlage für eine bedarfsorientierte Krankenhausplanung ist das sogenannte Funktions- und Raumprogramm. Das Funktions- und Raumprogramm hat bei der Projektentwicklung eine herausragende Bedeutung, denn es bildet die Grundlage für das planerische Vorgehen bei der Errichtung eines Klinikums.

Der Architekt setzt das Funktions- und Raumprogramm in einem darauf folgenden Planungsauftritt in eine Entwurfsplanung um. Diese Unterlagen sind zusammen mit einer Kostenschätzung Grundlage für eine Aufnahme in ein Förderprogramm nach dem Krankenhausgesetz (KHG) und jeweiligem Landesrecht. Planungen und Konzepte sind darauf auszurichten, dass der Klinikbetreiber seine patientenorientierten und wirtschaftlichen Ziele in baulich-dimensionaler Hinsicht auch mittel- und langfristig erreichen kann.

In Deutschland regelt die DIN 13080 die Unterteilung eines Krankenhauses,
ein Umstand, der bei der staatlichen Förderung von Krankenhäusern eine wichtige Rolle spielt.

Förderfähig sind nur Projekte, die entsprechende Anforderungen erfüllen.

Offensichtlich will sich proDiako nun von den ursprünglichen Anforderungen des Funktions- und Raumprogramms entbinden lassen.

Somit hat das Projekt auch offiziell den lange hochgelobten Modellcharakter verloren und es ist zweifelhaft, ob die proDiako überhaupt in der Lage ist ein derartiges Projekt finanziell und organisatorisch umzusetzen.
Ganz offensichtlich wird hier nicht mehr nach dem Bedarf des Landkreises Schaumburg geplant, sondern ausschließlich nach der unzureichenden Finanzdecke der proDiako.

Die uns vorliegende Aufstellung von Arcadis über die Kosten für das neue Klinikum Schaumburg bestätigt unsere Vermutungen.

http://sumpfklinik.de/wp-content/uploads/2011/08/Aenderungen_Gesamtklinikum_SHG_1.pdf

In Summe kommen wir zu folgendem Ergebnis:

Das Klinikum wird niemals wirtschaftlich arbeiten können und ist daher nicht finanzierbar in der geplanten Form, weil pro Diako und die KH-Betriebsgesellschaft Schaumburg kein frisches Geld einbringen können. Für das Klinikum wird ein Umsatz von 40 Mio Euro pro Jahr angestrebt. Ob diese Annahme realistisch ist, sei dahingestellt. Die Patienten aus dem Raum Rinteln haben sich längst nach Minden und Hameln orientiert. Sie werden nicht nach Vehlen kommen. Das Wesergebirge ist in der hiesigen Region eine traditionelle Grenze.

Ein unterstellter Gewinn aus dem Umsatz von 40 Mio in Höhe von 5 % sind 2 Mio Euro pro Jahr, bei 2,5 % wären es nur 1 Mio Euro /Jahr. Das Klinikum kann frühestens 2014, eher wohl 2015 seinen Betrieb aufnehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Altschulden der KH-Betriebsgesellschaft Schaumburg auf 30 bis 35 Mio Euro angewachsen.

Auch die Abwicklung der alten Häuser in Bückeburg, Stadthagen und Rinteln ist nicht zum Nulltarif zu haben.

In der Entscheidung  der KH-Betriebsgesellschaft vom 24. 03. 2011 wird eine Reduzierung der Projektkosten von ursprünglich 158 Mio Euro auf 130 Mio Euro angestrebt.

Diese Summe ist unserer Meinung nach nicht zu finanzieren.

Als Zielgrüße wird die Zahl 115 Mio Euro (!) angegeben. Das ist ein gewaltiger Schritt rückwärts.
Er beweist, in welcher Lage sich pro Diako und die KH-Betriebsgesellschaft befinden.

Auch diese Summe ist nicht zu stemmen!

Unter der günstigsten Annahme mit Fördermitteln in Höhe von 90 Mio Euro vom Land NS verbleiben Schulden von 50 Mio Euro (35 Mio Altschulden und 15 Mio aus der Differenz von 90 Mio Fördermitteln  und Projektkosten von 115 Mio ).

Für 50 Mio Schulden sind Zinszahlungen von ca. 5 % zu leisten, das sind 2,5 Mio Euro/Jahr.

Es muß die Frage erlaubt sein, wie die KH-Betriebsgesellschaft die Differenz von 1,5 Mio Euro zwischen Gewinn und Zinsleistungen aufbringen will und ob der Plan besteht, den Kredit zu tilgen, und zwar wann und wie die Tilgungsmittel aufgebracht werden sollen.

Es bleibt die Feststellung, daß die Finanzierung des neuen Klinikums extrem kreativ ist und unter den derzeitigen Gegebenheiten unserer Meinung nach nicht realisierbar ist; es sei denn , man akzeptiert ” Griechische Verhältnisse “.
Unter diesen Gesichtspunkten ist auch nicht mehr erkennbar dass sich die Versorgungsqualität der Schaumburger Patienten verbessert, nein, es ist genau das Gegenteil zu erwarten, denn nach neuster proDiako Planung soll das Klinikum auch 4 Bettzimmer erhalten.

Ein Rückschritt in das letzte Jahrhundert. Im Hinblick auf eine bessere Versorgung im Krankenhaus sollten 4-Bett-Zimmer grundsätzlich abgeschafft werden und auch für gesetzlich Krankenversicherte eine Unterbringung in 2-Bett-Zimmern gesichert werden.

Wenn unter diesen Voraussetzungen dennoch eine Förderung der aktuellen Planung in Betracht gezogen wird, stellt sich die Frage, welche Hintergründe dabei eine Rolle spielen.

Die Planer und auch viele Politiker machen sich daher in mehrerlei Hinsicht schuldig:

1. Zerschlagung einer vorhandenen Krankenhausstruktur zugunsten einer wackeligen Teilprivatisierung;

2. Weitere Verödung der Innenstädte in Stadthagen, Obernkirchen, Bückeburg und Rinteln;

3. Zerstörung einer intakten Landschaft durch einen massiven, groben Eingriff in einen von Bebauung freien Landschauftsraum;

4.Unzureichende Planung, mangelnde Aufsicht und Kontrolle bei der Planung des neuen Klinikums.

Am Ende werden die Schaumburger Bürger die Verlierer sein und die verantwortlichen Planer und Politiker können sich an nichts erinnern.

Noch ist es Zeit, die verfehlte Planung zu stoppen und einen Neustart auf den Weg zu bringen.

Im Sinne aller Schaumburger Bürger die unsere Landschaft lieben
und zum Wohle der zukünftigen Patienten des Klinikums Schaumburg.

Fotoausstellung im Sonnenhof Obernkirchen

Handfeste Bedenken gegen die bestehenden Planungen

Die „Bückeburger Runde“ – eine Gruppe niedergelassener Ärzte – äußert handfeste Bedenken gegen die Planungen für das Gesamtklinikum Schaumburg. Zwar sei die Zusammenführung der drei Schaumburger Krankenhäuser zu einem Gesamtklinikum „aus medizinischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll und begrüßenswert“, heißt es in einer Stellungnahme. „Dagegen ist die dezentrale Lage des geplanten Gesamtklinikums, auch nach eingehendem Studium der bis dato veröffentlichten, für die praktische Patientenversorgung Schaumburgs nicht nachvollziehbar“, schreibt die Ärztegruppe…..

>>> Weiterlesen Handfeste_Bedenken_gegen_die_bestehenden_Planungen_SZ

Sumpfklinik mit Modellcharakter

Lesen Sie auch den Artikel im Online Artikel & News Magazin txtoo

http://www.txtoo.de/2011/03/sumpfklinik-mit-modellcharakter-653/