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Heuschrecken im Gesundheitswesen

Unser Land ist im Vergleich mit ähnlich strukturierten Ländern wie Holland, Schweiz oder Österreich  mit Krankenhäusern gut versorgt. Stellenweise besteht sogar eine Überversorgung. Diesen Luxus kann sich Deutschland  auf Dauer nur leisten, wenn die Krankenkassenbeiträge angehoben oder Steuergelder eingesetzt werden. Beides ist nicht erwünscht, aber noch immer glaubt unser Staat,  das Krankenhauswesen mit Fördermitteln unterstützen zu müssen.

Diesen Umstand haben nun findige Krankenhausbetreiber als neues Geschäftsmodell entdeckt zum eigenen Nutzen und zum Schaden der etablierten wirtschaftlich gesunden Kliniken.

Das Geschäftsmodell läuft folgendermaßen ab:

Die Krankenhausbetreiber beteiligen sich an kleineren Kliniken, die sich in wirtschaftlicher Notlage befinden. Den Einsatz fordern sie in Form von Bürgschaften oder Krediten nach dem Muster der sog. Heuschrecken zurück.

Anschließend wird die zweite Stufe gezündet:

Es werden Krankenhäuser zusammengelegt oder geschlossen und ein Neubau geplant. Für diesen Neubau werden Fördermittel in hohem zweistelligen Millionenbereich beantragt. Der jeweilige Neubau ist in Wirklichkeit nicht erforderlich, weil der Bedarf an Krankenhausbetten als Folge des medizinischen Fortschritt kontinuierlich sinkt trotz Überalterung unserer Bevölkerung. Die neuen Krankenhäuser machen den etablierten Kliniken zunächst Konkurrenz. Sie kommen  –  weil neu –  anfangs wirtschaftlich mehr oder weniger gut über die Runden. Spätestens nach fünf Jahren stehen sie vor dem Aus, weil dann erhebliche Kosten für Renovierung und Erneuerung anstehen. Es werden also neue Krankenhäuser mit Steuermitteln errichtet, die zum einen nicht wirklich benötigt werden und zum anderen nach circa fünf Jahren vor der Pleite stehen. Gewinner dieses Geschäftsmodells sind allein die Krankenhausbetreiber, die auf diese Weise erhebliche Mittel zum eigenen Vorteil abschöpfen.Es gibt eine simple Möglichkeit, dieses Geschäftsmodell zu Fall zu bringen bzw. zu verhindern:  Ein Gutachten eines namhaften auf diesem Gebiet tätigen Unternehmens muss nachvollziehbar beweisen, dass die neue Klinik in der geplanten Größe und an dem geplanten Standort erforderlich und die Wirtschaftlichkeit des gesamten Vorhabens gewährleistet ist. Wenn der Beweis nicht transparent und zweifelsfrei geligt, dürfen keine Fördermittel in Aussicht gestellt werden.Im Falle von Schaumburg würde ein entsprechendes Gutachten negativ ausfallen.

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