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Alle Facetten beachten

19.04.2012
Leserbrief zum Artikel “Klinikum ja, Vehlen nein” vom 14. April

Schaumburger Nachrichten / 19.4.2012

Landkreis

Wir lesen nun zum wiederholten Male breit gefächert die Argumentation, die von Seiten der Bürgerinitiative „Sumpfklinik“ und in zunehmendem Maße auch von der politischen Seite der Bündnisgrünen der Presse vorgetragen wird.

Als allgemeine Bewertung soll vorab gesagt werden, dass der Eingriff in die Landschaft durch den Bau des Klinikums nicht nur von den Projektkritikern, sondern auch von fast allen Bürgern unserer Stadt mit Bedauern empfunden wird.

Gleichwohl müssen wir darauf achten, dass bei der häufigen Wiedergabe der Argumente der Kritiker die Wahrheit nicht übertüncht wird.

Zu den im Artikel vom 14. April genannten zeitlichen Daten: Es ist unrichtig, dass erst am 22. September 2010 „durchsickert“, dass die Kreisverwaltung den Standort Vehlen präferiere.

Richtig ist, dass fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor, am Montag, 21. September 2009, in der Dorfgemeinschaftsanlage Vehlen eine Informationsveranstaltung stattfand, in der Herr Eppmann von „pro Diako“ in einer Präsentation, begleitet von Stellungnahmen des ebenfalls anwesenden damaligen Landrats Heinz-Gerhard Schöttelndreier, die Pläne für den Klinikumneubau einem Publikum von etwa 220 Personen, inklusive der Presse, vorgestellt hat. Diese Präsentation wurde intensiv diskutiert.

Fakt ist auch, dass ein halbes Jahr danach, im April 2010, in der Liethhalle die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbes zum Klinikumbau der Öffentlichkeit viele Tage vorgestellt wurden.

Die Frage, warum hier mit falschen Zeitangaben operiert wurde, lässt sich leicht beantworten:

Die sogenannte Bürgerinitiative hat ein Jahr lang die Thematik verschlafen, die sie heute in ständiger Wiederholung als Problem beklagt.

Zum Kern der Sache:

Fakt ist, dass der Landkreis in der Thematik Klinische Vorsorge von einem essenziellen Kostenproblem in die Nähe eines existenziellen Problems rutscht und Handlungsbedarf für ihn dringend geboten ist.

Fakt ist aber auch, dass der vorgesehene erhebliche Eingriff in die Landschaft nach gewissenhafter Prüfung der Alternativen sowie nach Abwägung aller Restriktionen aus Bergbau und Flugverkehr erfolgt ist.

Fakt ist ebenfalls, dass der direkte Eingriff in die Natur sich im Wesentlichen auf Ackerflächen beschränkt und dass Ausgleichsmaßnahmen stattfinden werden, die nach Bewertung von Experten den Eingriff in den Naturhaushalt zumindest kompensieren.

Fakt ist aber bedauernswerterweise auch, dass für die hier existierenden landwirtschaftlichen Betriebe große Flächen verloren gehen, die nicht kompensiert werden können.

Wer klagt darüber in ständiger Wiederholung in der Presse?

Fazit: Wir tun gut daran, alle Facetten dieses Projektes zu beachten, nicht nur die Themen, die uns bestimmte Interessengruppen vorgeben wollen.

Ernst Völkening, Obernkirchen

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Sehr geehrter Herr Völkening,

hätten Sie sich ein wenig informiert, wüssten Sie dass die BI sehr viele Facetten beachtet, die von der Planung betroffen sind. Ich empfehle Ihnen als Lektüre unsere Petition vom 13.07.2010, die Ihnen offensichtlich nicht bekannt ist.

http://bit.ly/ItvaFS

Von einem hier nicht namentlich benannten Obernkirchener Ratsherren werden Einwände zum Klinikum, die im überigen nicht nur von der örtlichen BI sondern beispielsweise auch vom niedersächsischen Heimatbund kommen, mit den Worten abgetan “Wer sind wir denn, dass wir uns mit soetwas beschäftigen müssen!” Ist dass für Sie in Ordnung?

Ausserdem wurde auch die Ernsthaftigkeit der Petition bezweifelt, eben gerade aus dem Grund, weil wir sehr viele Facetten beachten. Und das werden wir auch weiter tun.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Knickmeier

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