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Archiv für November 2012

Danke, Herr Tüting!

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Schönreden können wir gut

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Tiefe Finsternis umnebelt maches Gehirn

Das Zentrum der Welt

02.11.2012 17:25 Uhr
Leserbrief zu SN Bericht „Freude in der Feldmark: ,Endlich geht es los“‘
Als Kind habe ich geglaubt, unser kleines Tallensen sei das Zentrum der Welt. Heute bin ich 47 Jahre alt und habe gelernt, dass das nicht ganz richtig ist. Natürlich ist Tallensen kein Zentrum und schon gar nicht das Zentrum der Welt.

Mit der Gemeinde Vehlen verhält sich das ganz anders, denn Vehlen ist inzwischen zum Mittelpunkt von Schaumburg geworden. Also sehr bedeutungsvoll. Da kann man als Politiker sehr selbstbewusst auftreten und ruhig diese Querulanten der Bürgerinitiative mal etwas maßregeln. Diese ungehörige Einmischung von Außenstehenden in die Angelegenheiten der Gemeinde Vehlen wird gar nicht gern gesehen. Denen muss man doch den Mund verbieten, diesen Querulanten.
Vehlener Angelegenheiten? Upps, wurde hier nicht ein Klinikum für alle Schaumburger geplant?

Ich denke das Klinikum ist keine Vehlener Angelegenheit und alle Schaumburger Bürger haben das Recht sich zu der Planung und vor allem zur Standortfrage zu äußern.

Gerade und erstrecht, weil die Planer (Manager und Beamte) weder die Bevölkerung noch die Ärzteschaft und schon gar nicht die Belegschaft in die Planung einbezogen haben.

Der erste grobe Fehler betrifft die Standortfindung. Dafür wurden Radien um die Einzugsgebiete der drei bestehenden Krankenhäuser gezogen und daraus der Bereich Obernkirchen als Mittelpunkt des Landkreises definiert. Weil Bad Nenndorf bedauerlicherweise kein Klinikum hat, wurde der große Ballungsraum Bad Nenndorf/Rodenberg einfach nicht berücksichtigt.

Natürlich freut sich jeder Kranke, wenn die ärztliche Versorgung direkt vor der Haustür liegt.
Die Bürger im Nordkreis werden von einer guten Krankenhausversorgung aber regelrecht abgeschnitten und das obwohl es in der Region seit Jahren die größten Zuwächse bei den Einwohnerzahlen gibt.

Der BI geht es im Grundsatz um den Erhalt einer gewachsenen, naturnahen Kulturlandschaft und um die Einhaltung geltenden Rechts. Bei der Planung des Klinikums wurde das Raumordnungsprogramm von den Beamten des Landkreises vor allem nach den Wünschen der „proDiako“ ausgelegt.
Ein Klinikum dieser Größenordnung hat auf dem Dorf nichts zu suchen sondern gehört in ein Mittelzentrum, wie Stadthagen es ist. Die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur kommt dem Steuerzahler teuer zu stehen. Aber für Schaumburger SPD Politiker ist das alles nur „Peanuts“.
Das ist meine Meinung und die Zeit wird zeigen, wer Recht gehabt hat.

Die Argumente der Manager sind nach wie vor nicht überzeugend, da hilft auch keine Schönrederei.
Statt vorausschauend mit Blick auf die Zukunft eine ausgewogene Planung durchzuführen, um für Schaumburg eine gute Krankenhausversorgung sicherzustellen, werden die Interessen einzelner Politiker und der „Diakonielobby“ befriedigt.

Die Demonstration einiger weniger Klinikbefürworter macht zwei Dinge deutlich. Zum einen haben die Befürworter noch immer nicht verstanden worum es der BI eigentlich geht und zum anderen wurde durch das Missmanagement bei der Planung jetzt erreicht, dass Bürger und Patienten verunsichert sind.
Zum Schluss möchte ich noch klarstellen, dass durch die Aktivitäten der BI bislang keine Terminverzögerung verursacht wurde. Die Verantwortung dafür liegt ganz allein bei den verantwortlichen proDiako „Managern“ und den Beamten des Landkreises (einschließlich einiger bereits im Ruhestand befindlicher Personen).
Zu gutgläubig hat der Landkreis auf das falsche Pferd gesetzt bis die Finanzmisere der „proDiako“ nicht mehr zu verheimlichen war und ein „starker Partner“ ins Boot geholt werden musste.

Das und nichts anderes ist der wirkliche Grund für die Verzögerung des Projektes „Klinikum Schaumburg“.

Thomas Knickmeier, Tallensen

Der blanke Hohn

Leserbrief in der SN
04.10.2011 12:07 Uhr
In meinem Leserbrief mit der Überschrift „Bessere Zufahrtslösung ignoriert“ über die Zuwegung zum Klinikum aus Richtung Norden hatte ich meine Vermutung dargelegt, dass die „persönlichen Interessen von Politikern weit über denen der Bürger rangieren beziehungsweise Letztere einfach ignoriert werden“.
In dieser Vermutung wurde ich nunmehr noch weiter gestärkt durch den Beschluss des Kreistages in der Sitzung am 28. Juni. Darin wird laut Abwägeentscheidung zum Thema nördliche Verkehrsanbindung einerseits gesagt, dass sich im Bereich der Obernkirchener Straße in Ahnsen keine „wesentliche Änderung“ der Verkehrslärmbelastung ergibt, da die dortigen Pegelerhöhungen von voraussichtlich 1,2 dB(A) deutlich unter den drei dB(A) liegen, von wo an eine Änderung der Geräuschimmissionssituation als wesentlich beurteilt wird. Im gleichen Atemzug wird aber die Erschließung aus Norden über Vehlen aufgrund der dadurch bedingten „erheblichen Belastungen für zahlreiche Anlieger“ ausgeschlossen.
Das ist doch der blanke Hohn.

Bei einer Nordzuwegung fühlt sich wohl der in meinem Leserbrief vom 16. Juli angesprochene Politiker in seiner Wohnqualität beeinträchtigt. Denn jeweils 40 Prozent des zu erwartenden Verkehrsaufkommens zum und vom Klinikum sind laut Gutachten aus Norden beziehungsweise Süden prognostiziert.

Diesen Verkehrsstrom aus Norden durch die dortige Feldmark möchte der Politiker beziehungsweise die Politikerin aber nicht in seiner beziehungsweise ihrer Wohngegend haben. Deshalb soll der Verkehrsstrom auf die westliche Zuwegung mit den entsprechenden Belästigungen für die entsprechenden Ahnser Bürger umgeleitet werden.

Nicht einmal auf das an der Obernkirchener Straße gelegene Altenheim wird von den Volksvertretern dabei Rücksicht genommen, wenn es um die eigenen privaten Interessen geht.

Winfried Schwarze, Ahnsen

„Hut ab!“

Leserbrief in der SN
23.10.2012 18:45 Uhr

Zum Artikel „Klinikum: Tüting kritisiert Nibelungentreue“ vom 19. Oktober:

Bravo und „Hut ab!“ vor Herrn Tüting. Diese freie und ehrliche Aussage verdient meinen Respekt und Hochachtung. Leider haben wir in unserem Landkreis scheinbar nur noch sehr wenige Politiker, wobei die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Partei hier vollkommen egal ist, die so viel Courage besitzen und einen Missstand öffentlich anprangern. Der große Rest übt sich scheinbar lieber in Parteidisziplin und unterwirft sich Fraktionszwängen oder sonstigen Direktiven von „oben“, als selbst nach eigenem Gewissen zu handeln.

Fehler einzugestehen, ist scheinbar sowieso ein großes Problem von Politikern, egal, ob in der Bundes- oder Landespolitik oder auch auf kommunaler Ebene, weil sie Angst haben, ihr Gesicht zu verlieren. „ Ja-Sager“ scheinen wir meiner Meinung nach genug zu haben. Da heißt es dann lieber aus der Politik: „Augen zu und durch, koste es, was es wolle“ (Im wahrsten Sinn des Wortes).

Dass das Land Niedersachsen die erste Tranche von 19,8 Millionen Euro für das Projekt überwiesen hat, ist für mich noch kein Beleg dafür, dass in den Ministerien alles ordentlich überprüft worden ist. Darf ich da noch kurz an das Desaster mit der Erlebniswelt Renaissance (EWR) erinnern? Da wurden von der Europäischen Union, von Bund und vom Land Niedersachsen etliche Millionen in das Projekt gepumpt – und es wurde scheinbar an keiner Stelle (ausreichend) überprüft, ob dieses Projekt überhaupt tragfähig ist. Fakt ist jedenfalls, das Geld ist weg – und eine EWR haben wir auch nicht! Aber auch andere Großprojekte in Deutschland laufen finanziell aus dem Ruder, siehe die „Neue Elbphilharmonie“ in Hamburg oder der Flughafen „Berlin-Brandenburg“. Wer hat da eigentlich ordentlich und gewissenhaft überprüft?

Was „pro Diako“ dazu bewogen hat, das geplante Klinikum ausgerechnet in der Vehler Feldmark zu errichten (die leidigen Diskussionen wegen des Fluglärms und des Bergbaus halte ich nur für vorgeschobene Argumente), weiß ich nicht, Fakt ist nur eines: Für diesen Standort abseits jeglicher verkehrlichen Infrastruktur muss der Landkreis Schaumburg extra eine neue Kreisstraße bauen, damit man überhaupt an das Klinikum herankommt. Laut einer Aussage von Landschaftsarchitekt von Luckwald bei einer Veranstaltung in Bad Eilsen wurde für diese Erschließungsstraße noch eine Summe von etwa fünf Millionen Euro genannt (siehe SN vom 7. September 2011). Bei einem Besuch bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln im September dieses Jahres wurde den Anwesenden auf Nachfrage eine aktuelle Summe von bereits 7,5 Millionen Euro genannt, mit dem Hinweis, die Planungen und Kalkulationen seien noch nicht abgeschlossen. Wie teuer wird diese Straße dann hinterher wirklich?

Aber auch ein anderer Aspekt scheint mir mit dem Klinikprojekt von Bedeutung: Wie steht eigentlich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg Lippe zu diesem Projekt? Schließlich ist ja das Krankenhaus Bethel ein evangelisches Krankenhaus und „pro Diako“ eine diakonische Einrichtung. Die Bevölkerung im Landkreis dürfte sicher auch ein Interesse daran haben, wie die Landeskirche dies Projekt sieht und betrachtet. Auch wäre es interessant zu wissen, welche Rolle der damals bei Vergabe des Projekts an „pro Diako“ amtierende Bischoff Johannesdotter gespielt hat.

Es gibt noch viele Fragen ¨– und ich hoffe, wir bekommen auch entsprechend viele ehrliche Antworten. Herrn Tüting wünsche ich alles Gute und hoffe, dass er noch weitere Nachahmer und Unterstützer findet.
Christian Herbst,  Ahnsen

Ohne Skrupel heile Landschaft vernichten

Leserbrief in der SN

23.10.2012 18:48 Uhr
Zur Berichterstattung über die für die Bauarbeiten am geplanten Gesamtklinikum nötige Baustraße:

Nun ist es so weit! Mit dem heutigen Beginn und der Anlegung der Baustraße schreitet auch die Zerstörung unserer Heimat von Tag zu Tag weiter voran. Ich habe mir heute die Bauarbeiten angesehen, wie sich riesige Dreiachser über den gestern noch heilen Acker wühlen und in großen Staubwolken die Erde abfahren. Bei diesem Anblick standen mir die Tränen in den Augen. Was geschieht da bloß? Wie können Menschen nur so mit der Natur umgehen? „Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen“ (Albert Schweitzer). Fragen über Fragen, die beantwortet werden könnten, die aber keiner beantworten will, weil es gewählte Politiker gibt, die ohne Skrupel der Vernichtung von heiler Landschaft zustimmen.

Auch die Gemeinderatsmitglieder in Ahnsen haben einen Teil dazu beigetragen, indem sie sich vom Landkreis quasi erpressen ließen, ein Stück Ahnser Gebiet zu opfern. Wie sagte Herr Tüting ganz richtig: Nibelungentreue. Den Mut dieser Äußerung hätte ich mir von vielen anderen Politikern gewünscht, ja erhofft. Keiner hätte dabei sein Gesicht verloren, nur weil er eine andere Meinung hat. Im Gegenteil: Diese Politiker hätten meine Hochachtung. Ich bin überzeugt davon, dass es viele gibt, die aber aus oben genanntem Grund kuschen müssen. Deshalb hebe ich hier die Charakterstärke von Herrn Tüting besonders hervor. Allerdings wäre ein früherer Zeitraum des Aufbegehrens wünschenswert gewesen.

Nun sieht man, was aus „Auf dem Stapel“ geworden ist. Leider ist es dem größten Teil der Bevölkerung völlig egal, was mit der Natur in ihrer Nachbarschaft durch Zerstörung geschieht. Da hätte ich viel mehr Proteste erwartet – so, wie es die Bürgerinitiative getan hat und immer wieder mahnend aufgetreten ist. Wenn dann als Vollendung der Betonklotz und die Betonpiste stehen sollten, kommt vielleicht bei einigen Zeitgenossen die Einsicht oder Erkenntnis, so wollten wir das aber auch nicht. Aber leider ist es dann zu spät!

Joachim Voigt, Ahnsen