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Ohne Skrupel heile Landschaft vernichten

Leserbrief in der SN

23.10.2012 18:48 Uhr
Zur Berichterstattung über die für die Bauarbeiten am geplanten Gesamtklinikum nötige Baustraße:

Nun ist es so weit! Mit dem heutigen Beginn und der Anlegung der Baustraße schreitet auch die Zerstörung unserer Heimat von Tag zu Tag weiter voran. Ich habe mir heute die Bauarbeiten angesehen, wie sich riesige Dreiachser über den gestern noch heilen Acker wühlen und in großen Staubwolken die Erde abfahren. Bei diesem Anblick standen mir die Tränen in den Augen. Was geschieht da bloß? Wie können Menschen nur so mit der Natur umgehen? „Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen“ (Albert Schweitzer). Fragen über Fragen, die beantwortet werden könnten, die aber keiner beantworten will, weil es gewählte Politiker gibt, die ohne Skrupel der Vernichtung von heiler Landschaft zustimmen.

Auch die Gemeinderatsmitglieder in Ahnsen haben einen Teil dazu beigetragen, indem sie sich vom Landkreis quasi erpressen ließen, ein Stück Ahnser Gebiet zu opfern. Wie sagte Herr Tüting ganz richtig: Nibelungentreue. Den Mut dieser Äußerung hätte ich mir von vielen anderen Politikern gewünscht, ja erhofft. Keiner hätte dabei sein Gesicht verloren, nur weil er eine andere Meinung hat. Im Gegenteil: Diese Politiker hätten meine Hochachtung. Ich bin überzeugt davon, dass es viele gibt, die aber aus oben genanntem Grund kuschen müssen. Deshalb hebe ich hier die Charakterstärke von Herrn Tüting besonders hervor. Allerdings wäre ein früherer Zeitraum des Aufbegehrens wünschenswert gewesen.

Nun sieht man, was aus „Auf dem Stapel“ geworden ist. Leider ist es dem größten Teil der Bevölkerung völlig egal, was mit der Natur in ihrer Nachbarschaft durch Zerstörung geschieht. Da hätte ich viel mehr Proteste erwartet – so, wie es die Bürgerinitiative getan hat und immer wieder mahnend aufgetreten ist. Wenn dann als Vollendung der Betonklotz und die Betonpiste stehen sollten, kommt vielleicht bei einigen Zeitgenossen die Einsicht oder Erkenntnis, so wollten wir das aber auch nicht. Aber leider ist es dann zu spät!

Joachim Voigt, Ahnsen

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