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Archiv für August 2013

Landschaftsschutz Schaumburg: „Wir klagen nicht aus Spaß“

Von Kranken und Klagen

Landschaftsschutz Schaumburg: „Wir klagen nicht aus Spaß“
Ein bisschen still ist es geworden um das Thema Gesamtklinikum – und damit um den Verein
Landschaftsschutz Schaumburg, der sich einst als Bürgerinitiative gegen die Pläne von Politik und
Verwaltung gründete. Dabei, sagt der ehemalige Vorsitzende und heutige Sprecher des Vereins,
Thomas Knickmeier, sei „die Angelegenheit für uns sehr ernst“. Der Landschaftsschutz
Schaumburg betreibe „die Klagen schließlich nicht aus Spaß“. Das angestrebte Ziel würde
konsequent weiterverfolgt.
Das Ziel heißt: Kein Gesamtklinikum in der Vehlener Feldmark. Bei dem Areal handele es sich um
Überschwemmungsgebiet, der Verein nennt seine Internetseite plakativ sumpfklinik.de. Auch
persönlichere Gründe mögen eine Rolle spielen: Knickmeier gibt zu, dass es sich bei den
inzwischen 24 Mitgliedern des Vereins um mehr oder weniger direkte zukünftige Nachbarn des
Krankenhauses handelt. Man sehe sich aber auch in der Verantwortung gegenüber den 3500
Bürgern, die das Anliegen von Landschaftsschutz Schaumburg mit einer Unterschrift unterstützt
hätten.
Drei Trümpfe hält der Verein derzeit in der Hand. Der am wenigsten Erfolg versprechende ist
Knickmeiers Einschätzung zufolge der Widerspruch gegen die Baugenehmigung des Landkreises.
Dann gibt es noch die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss vor dem Verwaltungsgericht
Hannover, die K 73 betreffend.
Das Ass aber, denkt Knickmeier, ist die andere Klage: Gegen den Bebauungsplan, vor dem
niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. „Wir sind überzeugt davon, dass die
Richter uns folgen werden“, sagt Knickmeier.
Grund: Laut bundesdeutschem Raumordnungsgesetz gehöre ein Bau wie das Gesamtklinikum in ein
sogenanntes Mittelzentrum. Dazu gehören in Schaumburg Bückeburg, Stadthagen, Rinteln und Bad
Nenndorf. „Obernkirchen ist ein Grundzentrum“, erklärt Knickmeier. „Und Vehlen ist nicht einmal
das.“
Als leichtsinnig empfindet Knickmeier das Bemühen des Landkreises, per „sofortigem Vollzug“
den millionenteuren Bau der K 73 durchzudrücken, bevor es eine Entscheidung gegeben hat.
Knickmeier: „In Deutschland gibt es viele Straßen, die ins Nichts führen.“